Umstellung von NOAK auf Patienten Selbstmanagement

Immer wieder entscheiden sich Patienten, die auf die neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) eingestellt sind, für den Umstieg auf die INR-Messung. Die engmaschige Kontrolle der Blutwerte im Selbstmanagement verleiht ihnen Sicherheit. Zudem haben Patienten, die auf Marcumar® oder Falithrom® eingestellt sind, bei einer akuten Blutung entscheidende Vorteile: Ihre Gerinnung kann schnell und unkompliziert gemessen werden –bei der Einnahme von NOAK ist nur eine Abschätzung der Gerinnung möglich. Zudem profitieren die Patienten von der jahrzehntelangen Erfahrung mit Gegenmitteln bei Blutungen unter Marcumar® oder Falithrom®. Für NOAK liegen kaum Erfahrungen vor. Auch ein spezifisches Gegenmittel (Antidot) ist zur Zeit noch nicht verfügbar.

Ist der Gerinnungswert bei Einnahme eines Vitamin-K-Antagonisten im Rahmen des Patienten-Selbstmanagements gut eingestellt (TTR über 65,5%), ergibt sich sogar ein Vorteil gegenüber den NOAK (Dabigatran, Rivaroxaban), d.h. schwere Blutungen sind seltener.*

Sprechen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie wechseln möchten. Patienten in dauerhafter Antikoagulationstherapie können auf das Selbstmanagement umgestellt werden. Voraussetzung ist, dass Sie körperlich in der Lage sind, die Messungen durchzuführen und im Vorfeld an einer Schulung teilnehmen.

* Paikin JS et al.  Rivaroxaban for Stroke Prevention in Atrial Fibrillation: A Critical Review of the ROCKET AF Trial. Expert Rev Cardiovasc Ther. 2012;10(8):965-972.
Wallentin et al. Efficacy and safety of dabigatran compared with warfarin at diff erent levels of  international normalised ratio control for stroke prevention in atrial fi brillation: an analysis of the RE-LY trial.
www.thelancet.com 2010 376: 975-983